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Bei jungen Wellensittichen oder anderen jungen Vögeln können unterschiedliche Arten von Gefiederstörungen auftreten. Manche treten auf, weil die Eltern den Küken die Federn ausreißen. Andere Gefiederprobleme werden durch Krankheiten verursacht, die für viele sehr junge Vögel tödlich enden. In diesem Kapitel werden einige typische Gefiederstörungen kurz vorgestellt. Sollten sich in einer Brut defekte Federn bei einem Jungtier zeigen und es besteht der Verdacht, es könne sich um die Symptome einer ernsthaften Krankheit handeln, sollte man umgehend einen vogelkundigen Tierarzt zu Rate ziehen!

Plötzlich großflächig fehlende Federn
Junger Wellensittich, dem von seiner Mutter Federn ausgerupft worden sindManche Vogelweibchen legen ein aggressives Verhalten gegenüber ihrem eigenen Nachwuchs an den Tag, weil sie innerlich unter Druck stehen, siehe ausführliche Beschreibung dieses Phänomens. Anfangs deutet beim Züchten nichts auf die bevorstehenden Probleme hin, doch plötzlich beginnt die Mutter damit, ihrem eigenen Nachkommen die Federn auszureißen. Typische Bereiche des Körpers, die von Rupfattacken betroffen sind, sind der Hinterkopf, der Nacken oder der Rücken. Meist leiden ältere Jungtiere unter diesem Fehlverhalten ihrer Mütter und ihnen fehlen nach den Angriffen sehr viele Federn. Mitunter ist auch die Haut blutig, weil die Vogelmutter viele Federn gleichzeitig mit Gewalt herausgerissen hat. Das Foto in diesem Absatz zeigt, wie ein gerupftes Jungtier meist aussieht.

Spärlich wachsende, brüchige Federn
Erhalten Vögel während der Brutphase kein besonders hochwertiges und vor allem nährstoffreiches Aufzuchtfutter, kann es geschehen, dass die Jungtiere an einem Nährstoffmangel leiden, der sich unter anderem in einem gestörten Federwachstum äußern kann. Bei betroffenen Jungtieren wachsen die Federn entweder sehr spät oder stark verkümmert. Oft sind die Federn brüchig und struppig, sie weisen keinen Glanz auf und viele bleiben in den silbrigen Hüllen (Federscheiden) stecken. Um eine ernährungsbedingte Gefiederwachstumsstörung zu vermeiden, muss stets auf ein ausgewogenes, vitamin- und nährstoffreiches Futterangebot geachtet werden. In seltenen Fällen kann eine organische Störung das Gefiederwachstum verzögern oder stören. Das heißt, ein hiervon betroffener Jungvogel kann aufgrund einer Fehlfunktion eines inneren Organs oder seines Verdauungstraktes die Nährstoffe aus der Nahrung nicht richtig verwerten. Dadurch können sich Gefiederwachstumsstörungen ergeben, die von einer Mangelernährung hervorgerufen werden.

Ausfallende Schwung- und Schwanzfedern
Jungendlicher Wellensittich, der an der Französischen Mauser littMeist entwickeln sich die Jungtiere, die an einer Krankheit namens Französische Mauser leiden, anfangs noch völlig normal. Nur bei wenigen Küken zeigen sich bereits erste Gefiederstörungen, währen sie noch im Nest beziehungsweise Nistkasten von den Eltern versorgt werden. Wenn die Jungtiere den Nistkasten verlassen haben und soeben flügge geworden sind, fallen ihnen plötzlich mehr oder minder viele Schwung- und Schwanzfedern aus, wenn sie mit Polyomaviren infiziert sind, die für die Französische Mauser verantwortlich sind. Die meisten betroffenen Vögel sind nach dem Verlust ihres Großgefieders nicht dazu in der Lage zu fliegen. Man nennt solche Vögel deshalb auch Renner oder Hopser. Die Französische Mauser ist ansteckend und nicht heilbar. Detaillierte Informationen über die Krankheit finden Sie im entsprechenden Kapitel der Gesundheitsrubrik von Birds Online. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen etwa fünf Monate alten Wellensittich, der an einer schweren Form der Französischen Mauser litt und dem deshalb das gesamte Großgefieder ausgefallen ist.

Verdrehte Federn und hohe Nestlingssterblichkeit
An PBFD leidender junger WellensittichEine weitere Viruserkrankung, die für massive Gefiederstörungen und eine hohe Sterblichkeitsrate unter den betroffenen Jungtieren verantwortlich ist, nennt sich PBFD (Psittacine Beak and Feather Disease oder Psittacine Circovirus Disease). Der Verlauf dieser Krankheit ist vor allem bei Nestlingen sehr dramatisch. Weil die Viren nicht nur das Gefiederwachstum negativ beeinflussen, sondern auch das Immunsystem stören, sterben die meisten sehr jung erkrankten Vögel noch im Nistkasten oder Nest an PBFD. Diejenigen Vögel, die trotzdem flügge werden, zeigen meist stark ausgeprägte Gefiederstörungen. Ihre Lebenserwartung ist durch die Krankheit herabgesetzt, aber mit der richtigen Pflege und ein wenig Glück können die Tiere durchaus einige Jahre alt werden. PBFD ist hochgradig ansteckend und nicht heilbar. Infizierte Tiere sollten nach Möglichkeit nicht an Vogelhalter mit gesunden Vogelschwärmen verkauft oder abgegeben werden. Detaillierte Informationen über die Krankheit finden Sie im PBDF-Kapitel der Gesundheitsrubrik von Birds Online. Dort finden Sie außerdem eine Bildergalerie erkrankter Jungvögel.
         
 
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