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  Für Vogelzüchter und -halter ist die Papageienkrankheit eine ernste Angelegenheit. Vor allem Jungvögel sind sehr anfällig für diese hochgradig ansteckende Infektion und oft steckt sich nicht nur der gesamte Vogelbestand an, sondern auch der Tierhalter selbst. In Anlehnung an den lateinischen Namen der Papageienvögel (Psittacidae) heißt die Papageienkrankheit auch Psittakose oder früher Psittacose.

Es war ein Papagei, der diese Krankheit als erster Vogel auf den Menschen übertraagen hat, weshalb sie ihren Namen erhalten hat. Heute weiß man jedoch, dass sich die Infektion von allen Vogelarten auf den Menschen übertragen kann. Deshalb wird die Papageienkrankheit inzwischen fachlich korrekt als Ornithose bezeichnet. Unter Vogelhaltern hat sich der Begriff Papageienkrankheit allerdings mehr eingebürgert.

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr galt die Psittakose lange Zeit als Seuche und sie war deshalb in Deutschland anzeigepflichtig. Das heißt, alle Fälle mussten umgehend den zuständigen Behörden gemeldet werden. Außerdem wurde normalerweise auf die Krankheit hingewiesen, wann immer sie irgendwo auftrat - im schlimmsten Fall mit Absperrband vor dem Hauseingang des betroffenen Vogelhalters.

Weil die Ornithose mit Medikamenten bei Mensch und Tier gut behandelbar ist, wurde sie im Jahr 2011 zu einer meldepflichtigen Tierkrankheit herabgestuft und sie gilt somit nicht mehr als Tierseuche. Infolge dieser Entscheidung ist am 21. September 2012 auch die Psittakoseverordnung abgeschafft worden. Somit ist die Krankheit heute nicht mehr anzeige-, sondern nur meldepflichtig. Das bedeutet, die Psittakose muss einer öffentlichen Behörde (dem Gesundheitsamt) gemeldet werden.

Jährlich werden in Deutschland wenige hundert Fälle dieser Erkrankung in Vogelbeständenn achgewiesen. Menschen erkranken nur noch selten. Es gab im Jahr 2010 laut einer Statistik des Robert Koch-Instituts Externer Link in Deutschland nur 25 registrierte Fälle. Hervorgerufen wird die Ornithose beziehungsweise Psittakose durch den Erreger Chlamydia psittaci, der zu den Bakterien gehört. Wie die meisten Chlamydien-Infektionen überträgt sich die Papageienkrankheit über das Einatmen verseuchten Staubs. Große Gefahr geht daher von der mit Vogelkot durchsetzten Käfigeinstreu (Vogelsand, Buchenholzgranulat, etc.) aus.

Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome der Krankheit können bis zu 100 Tage vergehen. Eindeutige Symptome, anhand derer man die Papageienkrankheit als Laie bei einem Vogel sicher erkennen kann, existieren nicht. Von akuten Störungen, die die Atemwege betreffen, bis hin zu plötzlichen Todesfällen reicht das Spektrum möglicher Erscheinungsbilder. In vergleichsweise vielen Fällen beginnt die Infektion mit einer Entzündung der Bindehäute, Schnupfen und Atembeschwerden. Einige Vögel haben darüber hinaus grünlichen Durchfall. Der Tod tritt meist zwischen zwei und zehn Wochen nach Ausbruch der Krankheit ein.

Weil sich Menschen mit der Psittakose infizieren können, wird die Krankheit als sogenannte Zoonose bezeichnet, also als Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragbar ist. Beim Menschen ähneln die Symptome denen einer Grippe mit Gliederschmerzen, Schmerzen beim Einatmen, Kopfschmerzen und starken Fieberschüben. Eine unbehandelte Psittakose kann auch beim Menschen tödlich verlaufen. Über eine Blutprobe kann man die Krankheit beim Menschen nachweisen. Bei Vögeln lassen sich die Chlamydien in einer frischen Kotprobe ausfindig machen oder ein Antikörpertest an einer Blutprobe kann Auskunft über eine eventuell bereits überstandene Infektion geben, denn manche Vögel überstehen eine Psittakoseinfektion und werden wieder gesund.

Früher wurden alle Vögel eines Bestandes getötet, in dem die Papageienkrankheit ausgebrochen war. Davor braucht man sich heute als Vogelhalter nicht mehr zu fürchten, weil inzwischen wirksame Medikamente erhältlich sind, die große Chancen auf Heilung bieten. Rechtzeitig erkannt, ist die Papageienkrankheit mit sogenannten Chlortetracyclinen relativ gut behandelbar. Nur in sehr schweren Fällen werden einzelne Vögel eingeschläfert, was für den Halter sicher sehr unangenehm ist, wodurch sich jedoch ein Großteil seines Vogelbestandes retten lässt.
 
         
 
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