Birds Online - alles über Wellensittiche ... und ihre gefiederten Freunde
         
  Home > Wellensittichzucht > Unfruchtbarkeit
         
Wellensittiche bei der PaarungDie Gründe für ein unbefruchtetes Gelege sind vielfältig und man sollte als Vogelzüchter die individuellen Umstände untersuchen, unter denen es zum Misserfolg bei Zuchtversuchen kommt. Pauschale Aussagen sind zum Thema Unfruchtbarkeit nicht möglich und eine Ferndiagnose gestaltet sich als äußerst schwierig. Nur der Vogelzüchter selbst kennt die Gesamtsituation vor Ort und kann als einziger beurteilen, weshalb ein Zuchtversuch gescheitert ist. Bei der Suche nach der Ursache sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Ist eines der Elterntiere eventuell zu jung für die Zucht?
    Bei Wellensittichen sollten die Männchen bei der ersten Brut mindestens acht Monate alt sein, bei Weibchen setzt laut Fachliteratur die Phase der größten Fruchtbarkeit im Alter von rund zehn Monaten ein.
     
  • Ist eines der Elterntiere zu alt für die Zucht?
    Zwar gibt es bei Wellensittichen keine allgemeine Altersobergrenze, ab der die Tiere ihre Fruchtbarkeit garantiert verlieren. Dennoch können die Tiere unter Umständen zu alt sein, um ein befruchtetes Gelege hervorzubringen. Der durchschnittliche Wellensittichhahn beginnt etwa ab dem sechsten Lebensjahr an Fruchtbarkeit einzubüßen, bei den Weibchen verhält es sich ähnlich. Zudem ist es für viele ältere Wellensittichhennen relativ anstrengend, ein Gelege zu produzieren. Etwa ab einem Alter von acht Jahren kann es für die meisten Wellensittiche schwierig werden, erfolgreich zu brüten. Trotzdem können im Einzelfall auch sehr alte Paare noch erfolgreich Jungtiere großziehen, was allerdings eher die Ausnahme als die Regel ist.
     
  • Verhindert das Gefieder möglicherweise eine Befruchtung?
    Manche Vögel tragen ein derart buschiges, dichtes Gefieder in der Kloakengegend, dass es nur schwerlich zu einer Befruchtung kommen kann. Besteht bei Ihren Vögeln der Verdacht auf eine solche Ursache für mangelnde Fruchtbarkeit, sollten Sie vor dem nächsten Zuchtversuch mit einer Nagelschere sehr vorsichtig das Gefieder ihrer Vögel im Bereich der Kloake kürzen. Verletzen Sie dabei auf keinen Fall die stark durchblutete Kloake der Sittiche, weil die Tiere sonst innerhalb weniger Minuten verbluten könnten. Falls Sie sich das Trimmen des Gefieders nicht selbst zutrauen, bitten Sie einen erfahrenen Züchter oder Ihren Tierarzt um Hilfe.
     
  • Missglückte Paarung zweier WellensitticheHatten die Vögel bei der Paarung keinen festen, sicheren Halt?
    Können sich die Vögel während des Paarungsaktes nicht richtig festhalten oder schwankt der Untergrund zu stark, stürzt das Männchen oft vor der Abgabe seines Spermas vom Rücken des Weibchens oder die Kloaken der beiden Tiere haben im entscheidenden Moment keinen direkten Kontakt. Sollte dies permanent der Fall sein, kann es nicht zur Befruchtung der Eier kommen. Aber auch ein Vogelweibchen kann das Gleichgewicht verlieren und beispielsweise nach vorn kippen, wenn das Männchen aufsteigen will, siehe Foto rechts. In manchen Fällen können auch Beinleiden dazu führen, dass die Tiere keinen sicheren Halt finden, weil sie beispielsweise wegen vorhandener Zehenfehlstellungen den Untergrund nicht fest umklammern können.
     
  • Liegen eventuell gesundheitliche Probleme bei den Altvögeln vor?
    Sollte einer Ihrer Zuchtvögel an einer chronischen Krankheit leiden oder kurz vor der Brutphase eine schwere Erkrankung durchlebt haben, könnte dies der Grund für die mangelnde Fruchtbarkeit Ihres Zuchtpaars sein.
     
  • Ist bei einem der Vögel eine Umfangsvermehrung in der Bauchgegend zu beobachten?
    In manchen Fällen steckt ein Lipom (eine Fettgeschwulst) oder ein Tumor dahinter, wenn ein Paar nur unbefruchtete Gelege zustande bringt. Befindet sich beispielsweise direkt in der Nähe der Kloake eines der Vögel ein Lipom, könnte dies einen erfolgreichen Paarungsakt verhindern, weil es den Tieren die anatomisch korrekte Positionierung unmöglich macht. Tumoren an den inneren Geschlechtsorganen können sowohl bei Männchen als auch bei Weibchen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Meist sind solche Tumoren an einer Umfangsvermehrung (Schwellung) im Bereich des Bauches zu erkennen. Bei einem Wellensittichmännchen verfärbt sich zudem die Wachshaut (Nase) bräunlich, wenn es an einem Hodentumor leidet. Bei Männchen anderer Vogelarten ist eine solche Verfärbung nicht zu beobachten.
     
  • War die Ernährung der Vögel vor der Zuchtphase stets ausgewogen und nährstoffreich?
    Eine möglichst gesunde Ernährung mit viel Kalzium (Produktion der Schale), Vitaminen (Stärkung des Immunsystems) sowie weiteren Vital- und Mineralstoffen ist für eine erfolgreiche Brut unabdingbar. Haben Sie Ihren Vögeln vor der Paarung und Eiablage eventuell nicht ausreichend nahrhaftes Futter gereicht? Bereits etwa sechs Wochen vor dem Aufstellen des Nistkastens sollte man Wellensittichen und anderen Ziervögeln eine besonders energiereiche, gesunde und abwechslungsreiche Kost anbieten, damit sie fit für die Eiablage und Jungenaufzucht werden.
     
  • War die Ruhepause zwischen zwei Bruten ausreichend lang?
    Zwischen zwei Zuchtversuchen sollte bei Wellensittichen idealerweise eine Pause von mindestens drei Monaten liegen. Hat das Paar bereits zwei eventuell missglückte Brutversuche hinter sich, ist eine Pause von mindestens einem halben Jahr einzuhalten, um die Gesundheit der Tiere nicht zu gefährden.
     
  • Sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Zuchtraum optimal?
    In einem zu kalten Raum neigen einige Wellensittiche und Individuen anderer Ziervogelarten dazu, unbefruchtete Gelege zu produzieren. Liegt die Temperatur unter 15°C kann es geschehen, dass Eier nicht befruchtet sind. Oder aber ein Gelege ist zwar befruchtet, die Embryonen sterben aber aufgrund der kühlen Außentemperaturen ab. Dies geschieht vor allem dann, wenn das Vogelweibchen - oder bei manchen Vogelarten auch das brütende Männchen - die Eier nicht ausreichend wärmt.
     
  • Sind Ihre Zuchtvögel zu unerfahren?
    Leider kommt es beim ersten Brutversuch unerfahrener Wellensittichpaare immer wieder zu unbefruchteten Gelegen, weil die Tiere weder besonders geübt sind, was den Paarungsakt betrifft, noch das eigentliche Brüten zuvor haben üben können.
     
  • Ist Ihr Vogelfutter in Ordnung?
    Nehmen Wellensittiche oder andere Ziervögel immer wieder kleine Mengen Pilzgifte von Schimmelpilzen über die tägliche Nahrung auf, führt dies zu einer schleichenden Vergiftung, die sich in den harmlosesten Fällen in Form von Unfruchtbarkeit zeigt. Überprüfen Sie Ihr Vogelfutter deshalb auf einen eventuellen Schimmelbefall. Verfüttern Sie stets nur frisches Körnerfutter. Wenn es zu alt ist, können die Nährstoffe abgestorben sein.
     
         
 
Sämtliche Inhalte und Abbildungen auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Bilder-, Video-, Tondatei- und Textdiebstahl werden rechtlich verfolgt.